KV-Wahl 2019

Heinz Arend

Im Leben gibt es immer wieder Tage, die das Leben entscheidend verändern. So war es für mich an einem Montag. Beim Kegeln erzählte mir R. Bülo, dass er an einer Pilgertour teilgenommen hätte. Die Pilger waren in Würzburg gestartet und wollten in Etappen nach ca. 2700 km in Santiago de Compostela ihr Ziel erreicht haben.

In diesem Moment hatte ich das Gefühl, einen Auftrag zu bekommen. Ich sagte ihm, dass ich Interesse hätte, bei der nächsten Pilgertour mitzumachen.

Es vergingen 14 Tage bis mich Pfr. G. Törner anrief, weil ein Fahrer für die Pilgertour gebraucht würde. Nach unserem Gespräch und meiner Zusage, das Fahrzeug zu steuern, gab es einen Aufbruch in meinem Leben. Ab sofort nahm ich am kirchlichen Leben in der Gethsemane-Gemeinde teil. Mit einem Mal war es für mich ganz anders, in die Kirche zu gehen. Ich hatte das Gefühl, Kirche zu erleben und mittendrin zu sein. Ich wechselte dann auch zur Kirchengemeinde Baunatal-Mitte.

In all den Jahren habe ich dann das Begleitfahrzeug der Pilgergruppe gefahren. Dies war für mich eine tolle Herausforderung, die ich nicht missen möchte. Menschen - Gläubige - auf ihrem Weg, der auch inzwischen zu meinem Weg geworden ist, begleiten zu dürfen. Diese Art unterwegs zu sein, hat mir eine neue Welt eröffnet und mir die Chance ermöglicht, zu mir selbst zu finden.

Mit der Gemeinschaft der Pilger und Pfarrer Törner habe ich erkannt, dass Glauben mehr ist, als sonntags in die Kirche zu gehen. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es wichtig, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Das ist es auch, was ich als meine Aufgabe in der Kirchengemeinde vorstelle: ich möchte meine Pilgererfahrungen in die Gemeinschaft einbringen. Dabei gilt: Die Suche nach Gott ist die Suche nach dem Leben. Die Suche nach dem Leben ist die Suche nach der Liebe. Und die Suche nach der Liebe ist die Suche nach Christus.

Heinz Arend, 71, Rentner, verheiratet, eine Tochter aus erster Ehe, wohnhaft in Schauenburg, meine Hobbys sind Reisen, Wassersport, Fußball, Kegeln und Skat

 

Iris Bender

Kirche lebt vom Miteinander,

so lautete meine Überschrift 2007. Damals hatte ich mich erstmals als KV Kandidatin aufstellen lassen.

In einem solchen Gremium mit zu arbeiten bedeutet Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen mit zu tragen, Interesse haben, auf Menschen zu zugehen.

Nach meiner Wahl habe ich versucht mich überall da einzusetzen, wo es mir nötig schien, habe gerne Küsterdienste übernommen, Gottesdienste mit gestaltet, Andachten gehalten und mit Jutta Schulz Frauenzeit ins Leben gerufen.

2013 habe ich mich nicht zur Wahl gestellt, es stand ein Umzug im Raum. Und ich versuche immer nach dem Motto zu leben, entweder ganz oder gar nicht, halbe Sachen mag ich nicht. Und so habe ich in der 2. Reihe mitgearbeitet, bin aber seit letztem Oktober wieder (nach- ) berufenes Mitglied im KV.

Das Miteinander bedeutet mir viel.

Auch bei meiner beruflichen Tätigkeit als Ausbilderin für 1. Hilfe bei den Johannitern spielt es eine große Rolle, in Notfällen nicht weg zu sehen sondern anzusprechen, zu helfen. Oft reicht es, dem anderen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein.

Im Bezirkschor Baunatal, in dem ich seit 22 Jahren singe, erlebe ich das Miteinander auch immer wieder sehr intensiv.

Miteinander heißt für mich, offene Augen und Ohren für meine Mitmenschen zu haben, sich Zeit nehmen. Und das fängt mit der Begrüßung sonntags an, wenn die Gemeindemitglieder in die Kirche kommen.

Kirche lebt vom Miteinander, je mehr Menschen mitmachen, desto lebendiger und vielfältiger wird das Gemeindeleben.

Iris Bender, 61, verheiratet, 3 Kinder (Conrad 33J, Julia 30J., Fabian 25J.)

 

Gerrit Böhm

Mein langer Weg in diese Gemeinde

Als meine Tochter sich vor rund 10 Jahren konfirmieren lassen wollte, sollte das in der Gethsemane-Kirche geschehen, obwohl wir eigentlich nicht zur Gemeinde Baunatal-Mitte gehören. Da aber viele ihrer Freundinnen aus dieser Gemeinde kamen und wir gehört hatten, dass der Pfarrer dort den Unterricht mit einer gewissen Kreativität gestaltet, lag es im wörtlichen Sinn des Wortes nahe, ihr das zu ermöglichen.

Dadurch hörte ich das erste Mal von der gerade begonnenen Pilgerreise von Würzburg nach Santiago de Compostela und irgendwie reizte es mich, einmal zwei Wochen lang einfach nur zu laufen. Zwar hatte ich natürlich auch von dem Tagesablauf gehört, der Schweigestunden, biblische Themen und Gottesdienst mit Abendmahl enthielt, aber das war doch alles sehr abstrakt für mich, so dass ich mich erst einmal auf die körperliche Herausforderung konzentrierte. Nun ja, außer mir wussten wohl alle, die schon einmal dabei waren, dass die wesentlichen Herausforderungen in ganz anderen Bereichen liegen würden. Aber woher soll man wissen, was Pilgern im Kern bedeutet, wenn man es noch nicht selbst erlebt hat? Tatsächlich waren das häufige Singen, der tägliche Gottesdienst noch vor dem lang ersehnten Abendessen, die Beschäftigung mit den biblischen Geschichten usw. ziemlich anstrengend für mich. Zwar stand für mich von Anfang an fest, dass ich mich nicht verweigern würde, aber die wirkliche Freude, die in mir mit der Zeit aufkam, wenn ich mit den anderen singen durfte, hätte ich mir nicht träumen lassen. Außerdem durfte ich auf dem Weg immer wieder feststellen, dass es am schönsten war, wenn wir wildfremde Menschen, durch unseren Gesang glücklich machen konnten. Dies und die Bestätigung, die ich von einigen Mitpilgern bekam, ich würde über ein gewisses Talent verfügen, haben dazu geführt, dass ich zunächst in einem und inzwischen in einem zweiten Chor singe. Später habe ich begonnen, entweder mit anderen zusammen oder auch alleine, die Texte für die Zeitungsartikel zu formulieren und mehr und mehr den täglichen Küsterdienst zu übernehmen. Letztere Tätigkeit übernehme ich schon jetzt aushilfsweise in der Gemeinde.

Haben sie bemerkt, was sich alles in meinem Leben durch das Pilgern verändert hat, von dem ich vorher nicht die leiseste Ahnung hatte – allenfalls eine versteckte Sehnsucht?

Ich habe einen langen Weg hinter mir, der mich ab der 2. Etappe von Deutschland über die Schweiz und Frankreich bis nach Spanien geführt hat, um nach circa 2600 Kilometern und einem Antrag auf Option in dieser Kirchengemeinde anzukommen. Ich möchte der Gemeinde, die mir diese meine Reise ermöglicht hat, etwas zurückgeben und all die Erfahrungen, die ich machen durfte, auch für die Mitglieder der Gemeinde erlebbar machen.

Gerrit Böhm, 48 Jahre alt, verheiratet, eine 24 jährige Tochter. Ich wohne in der Dürerstr. 9 in Altenbauna.

 

Renate Grothues

Leben mit der Kirchengemeinde,

solange ich mich erinnern kann, besuche ich gerne Kirchen in allen Ländern. Besonders in den kleinen, alten Kirchen komme ich zur Ruhe und tauche in eine andere Welt ein.

In unserer Gethsemanekirche ist es allerdings anders.

Ja, von außen wirkt Sie ja sehr nüchtern, deshalb hatte ich auch nie das Verlangen in diese Kirche zugehen. Durch den Konfirmandenunterricht meiner Kinder lernte ich die Vielfältigkeit dieser Kirche kennen und war sehr angetan davon.

Ich nutzte das Angebot für die Frauenabende, denn es gab immer interessante Themen die das Wissen erweiterten oder auch zum Nachdenken anregten.

Außerdem besuche ich gerne den Kinoabend der einmal im Monat in der Kirche stattfindet mit anschließender Diskussion.

In den letzten sechs Jahren gehörte ich zu einem Team, das den Viertklässlern unterschiedliche biblische Geschichten erzählten. Wir trafen uns mit den Kindern einmal in der Woche für ca. 45 Minuten. Für die Kinder gab es auch Rollenspiele mit Verkleidungen, was bei den Teilnehmenden gut ankam. Nach Erzählung konnten Fragen gestellt werden oder es wurden Bilder zur Geschichte herum gereicht. Dabei lag auch ein Schwerpunkt auf die Tradition der Kirchlichen Sonn- und Feiertage.

Ich finde es wichtig, dass die Kirche sich dafür einsetzt diese Tage zu erhalten. So habe ich mit den Kinder für Erntedank, Pfingsten und dem Krippenspiel diverse Aufführungen durchgeführt.

Ich engagiere mich gerne in der Gemeindearbeit in der Verantwortung, Phantasie und kreative Arbeit gefragt sind.

Renate Grothues, 61 Jahre, verheiratet, 4 Kinder, wohnhaft Theodor-Heuss Allee. Zu meinen Hobbys gehört die Ölmalerei und das bearbeiten von Speckstein zu Skulpturen. Ich bin seit 2013 im Kirchenvorstand.


Jutta Schulz

Jede/r ist herzlich willkommen.

Meine zweite Amtsperiode im Kirchenvorstand von Baunatal-Mitte ist nun beendet und ich habe mich dazu entschieden, erneut zu kandidieren. In den letzten 12 Jahren habe ich viel von christlicher Gemeinschaft in unserer Kirchengemeinde miterlebt und mitgestaltet.

In Seelsorge und Beratung der Kirche wird der ganze Mensch ernstgenommen und angenommen. Ganz egal welche Macken und Eigenarten ein jeder hat; jeder Einzelne ist in unserer Gemeinschaft herzlich willkommen und wird gut aufgenommen. Diese große Vielfalt aller Charaktere macht unsere Kirchengemeinde so lebendig. Es macht Spaß und viel Freude ein Teil dieser aktiven Gruppe zu sein und natürlich mitzuhelfen, diesen Kreis zu erweitern.

In den letzten Jahren habe ich an einem Seminar zur Ehrenamtskoordinatorin teilgenommen und bin seither die Ansprechpartnerin für Probleme, Sorgen und Anregungen aller ehrenamtlich Engagierten.

Die Gemeinde liegt mir sehr am Herzen und es ist besonders schön, wenn ich mit einer freundlichen Begrüßung am Sonntagmorgen ein Lächeln oder gar ein Strahlen in das Gesicht einzelner Gottesdienstbesucher zaubern kann.

Jutta Schulz, 57 Jahre, verheiratet, 2 Töchter (24 und 27), wohnhaft in Altenbauna Wernher-von-Braun-Str. 5, seit 2006 im Kirchenvorstand.

 

Ulrike Semm-Fuhr

Am Pfingstsonntag hat mich Pfarrer Törner gefragt, ob ich Interesse und Lust hätte, im Kirchenvorstand mitzuarbeiten. Die Möglichkeit, Kirche mitzugestalten, hat mich sehr angesprochen und ich habe spontan zugesagt.

Als aktive Lehrerin unterrichtete das Fach evangelische Religion. Ich freue mich darauf, meine Kompetenzen und meine Freude im/beim Umgang mit Menschen und Gruppen einzubringen.

In meiner Freizeit bin ich gerne sportlich aktiv, insbesondere bin ich eine begeisterte Tänzerin. Außerdem liebe ich Literatur und Reisen. Ich bin keine regelmäßige Gottesdienstbesucherin, aber in fremden Ländern ziehen mich Kirchenräume magisch an. Fremdartiges und Vertrautes lasse ich auf mich wirken, genieße die kontemplative Stimmung und finde dadurch einen ganz besonderen Zugang zu Kultur und Religion des Landes.

Sehr gespannt bin ich, wo ich mich außerhalb des Kirchenvorstands aktiv in der Kirchengemeinde einbringen kann. Flexibel möchte ich mich dort anknüpfen, wo Bedarf ist, wo ich gebraucht werde.

Ulrike Semm-Fuhr, Lehrerin im Ruhestand, 65 Jahre, verheiratet, zwei erwachsene Kinder und zwei Enkel, wohnhaft in der Eichendorffstraße 2, Baunatal

 

Benedikt Wagner

Jugend ist die Zukunft!

Zugegeben dieser Spruch wirkt etwas abgedroschen aber unter diesem Motto arbeite ich seid über 15 Jahren aktiv mit Jugendlichen zusammen, um Kirche mit und für sie zu gestalten.

Angefangen hat aber alles vor etwa 25 Jahren mit dem Besuch des Kindergottesdienstes, teilnahmen an mehreren Krippenspielen bis hin zu meinem eigenen Konfirmandenunterricht. Dieser war so ganz anders, als mir von meinen Freunden und Bekannten erzählt wurde. Während sie einmal die Woche zum Unterricht gingen und bis zur Konfirmation 50 mal einen Gottesdienst besuchten, hatten wir Fahrradtouren, Klettern in der Rhön, Abseilen vom eigene Kirchturm, Projektarbeiten mit Besuchen in vielen verschiedenen Einrichtungen der Kirche/Diakonie und noch vieles mehr.

Diese vielen Eindrücke haben mich nach meiner Konfirmation dazu bewegt, der Kirche nicht den Rücken zu kehren, sondern mich ehrenamtlich zu engagieren. Zunächst nur in der Konfirmandenarbeit und später auch in anderen Bereichen der Jugendarbeit. Dieses Engagement ging von Filmabenden und offenen Treff´s, über Themenabende, Kanutouren, Kletteraktionen bis hin zu selbst gestalteten und durchgeführten Jugendgottesdiensten. Diese sowohl in der Kirche zu Baunatal-Mitte aber auch in anderen Baunataler Kirchen.

Eine weitere Erfahrung war auch ein Projekt, welches zunächst dazu gedacht war Jugendliche mit älteren Menschen zusammen zu bringen, das Pilgern. Beim Pilgern trafen jüngere und ältere Menschen aufeinander und ich wusste zu Anfang nicht so recht, was ich davon halten sollte. Nach einer kurzen Zeit merkte ich aber wie offenherzig, freundlich und familiär alle zueinander waren. Auch die Themen und Gedanken auf dem Weg brachten die Menschen näher zusammen. Aus unbekannten wurden oft Freundschaften fürs Leben. Das alles in einer Zeit, wo viele nur an sich denken und dem Nachbarn nicht mal einen guten Tag wünschen. Je länger ich bei den Pilgern war, um so mehr Freude hatte ich dabei und versuchte diese positive Stimmung zu leben und weiter zu geben.

Vor ca. fünf Jahren musste ich allerdings meine ehrenamtlichen Tätigkeiten sehr zurück fahren. Dies hatte zum einen mit meiner Technikerausbildung zu tun, die immer mehr Zeit in Anspruch nahm. Andererseits wurden die Gruppenangebote kaum mehr von den Jugendlichen angenommen.

Ich werde mit der Kandidatur zum Kirchenvorsteher wieder ins Gemeindeleben zurück kehren und mich neuen Aufgaben stellen. Auch werde ich versuchen junge Menschen für die Kirche zu begeistern, denn Kirche ist nicht nur sonntags um 10 Uhr, sondern viel mehr! Also ist der Spruch „Jugend ist die Zukunft!“ nicht abgedroschen, er ist in unserer Gemeinde aktueller und wichtiger wie nie.

Benedikt Wagner, 30 Jahre alt, bei der EnergieNetz-Mitte als Monteur beschäftigt, wohnhaft in der Dürerstraße 30 Hobbys: Motorrad fahren, Haus und Garten, Heimwerken

 

Christian Wittmer

Ein neuer Lebensabschnitt

Als ich mich im November 2015 als Erwachsener zur Taufe entschied, begann für mich ein neuer Lebensabschnitt. Das Bekenntnis zum Glauben markierte das Ende einer langen Depression, aber auch einen Aufbruch. Denn es sollten weitere Veränderungen folgen. So zog ich im Oktober 2016 nach Baunatal-Altenbauna, wo ich fortan am Gottesdienst in der Gethsemane-Kirche der Kirchengemeinde Baunatal-Mitte teilnahm. Pfarrer Törner war es dann auch, der meine Frau und mich im Juli 2017 traute. Inzwischen fühle ich mich in Baunatal zu Hause, auch wenn ich noch nicht lange hier bin.

Ursprünglich komme ich aus Marburg, wo ich auch aktuell noch Rechtswissenschaften studiere. Ende 2019 werde ich mein Studium hoffentlich erfolgreich abgeschlossen haben - dann warten wieder neue Herausforderungen im Leben. Ein Engagement im Kirchenvorstand wäre eine solche Herausforderung, die ich gerne annehmen würde.

Persönlich habe ich die Kirche bisher nur als "passiver Teilnehmer" erlebt, aber ich habe Lust, dies zu ändern und "mit anzupacken". Über die Unterstützung bei den alltäglichen Herausforderungen hinaus denke ich dabei insbesondere an den Austausch mit den Gemeindemitgliedern, wie er auch schon durch zahlreiche Angebote ermöglicht wird. Zudem wäre es schön, wieder mehr junge Erwachsene, die wie ich gerade erst in ein eigenständiges Leben gestartet sind, für die Kirche zu begeistern.

Deshalb würde ich mich freuen, wenn Sie mir durch Ihre Stimme die Möglichkeit geben, die Zukunft unserer Kirchengemeinde mitzugestalten.

Christian Wittmer, geboren 1993 in Marburg, verheiratet, wohnhaft in Altenbauna.